Charkiw. (apa/leg) Der Gesundheitszustand der inhaftierten ukrainischen Oppositionsführerin Julia Timoschenko sorgt weiterhin für Aufregung: Nach Angaben ihres Anwalts Sergej Wlassenko leidet die charismatische Politikerin mit dem Haarkranz nun auch an einer unbekannten Hautkrankheit. Die Krankheit beträfe "inzwischen die Hälfte ihrer Hautfläche", sagte Wlassenko. Vor allem Arme und Rücken seien entzündet. Laut dem Anwalt sei eine Weiterbehandlung ihres Rückenleidens "nicht vereinbar" mit der Therapie der Hautkrankheit. Die Rückenschmerzen würden sich deshalb weiter verschlimmern. Das Krankenhaus wollte auf Nachfrage keine Stellungnahme abgeben.

Die Oppositionsführerin war im Oktober 2011 in einem international äußerst umstrittenen Urteil zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der 51-Jährigen war vorgehalten worden, als Regierungschefin 2009 illegitim einen ungünstigen Gasvertrag mit Russland ausgehandelt und dabei ihre Kompetenzen übertreten zu haben. Das Urteil, über dessen Revision lange spekuliert wurde, hatte dem Annäherungsprozess zwischen Kiew und der Europäischen Union ein Ende gesetzt: Die Ratifikation des fertig ausverhandelten Assoziierungsabkommens mit Kiew wurde von Brüssel auf Eis gelegt. Trotz des harten Urteils werden gegen die Ikone der Orangen Revolution von 2004 noch weitere Verfahren angestrengt, etwa wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung. Die überaus geschickte Populistin Timoschenko gilt als härteste Rivalin von Präsident Wiktor Janukowitsch um die Macht.