Wien. Mit einer Aussage über die wirtschaftlichen Zustände in Europa hat sich ÖVP-Finanzministerin Maria Fekter scharfe Kritik von der SPÖ eingehandelt. "Der Norden füttert den Süden durch" in Europa, sagte Fekter im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Tagung in Wien. Das sei das gleiche Schema, "wie es uns Italien seit Jahrzehnten vorgezeigt hat". Der Norden sei hoch produktiv, habe sehr erfolgreiche Unternehmen. Die Länder im Süden müssten endlich Reformen machen und "die richtigen Dinge" tun, um Wachstum zu generieren, meinte die Ministerin.

Die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach sagte daraufhin am Dienstag, dass sie "selten so eine menschenverachtende Aussage", die sie normalerweise nur aus dem rechten Eck kenne, gehört habe. Fekter habe außerdem inhaltlich unrecht. 52 Prozent der Mittel aus dem Kohäsionsfonds fließen laut Kadenbach nach Ost- und Mitteleuropa, also vornehmlich in die neuen Mitgliedsstaaten. Dies seien Investitionen, die letztendlich auch österreichischen Unternehmen zugute kämen. Vizekanzler Michael Spindelegger solle seine Finanzministerin in die Schranken weisen.