Prag. Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman hat am Mittwoch die neue Regierung des Premiers Jiri Rusnok ernannt und angelobt. Das 15-köpfige Team von großteils parteilosen Experten ersetzt damit das Kabinett von Petr Necas, das im Juni wegen einer Korruptions- und Bespitzelungsaffäre zurückgetreten war.

Die meisten Mitglieder der Regierung Rusnok sind parteilos, allerdings gelten sie als Anhänger der außerparlamentarischen Partei der Bürgerrechte (SPOZ), deren Ehrenvorsitzender Zeman ist. Mehrere Minister sind ehemalige Sozialdemokraten (CSSD).

Das Amt des Außenministers wird der langjährige Ex-Diplomat Jan Kohout ausüben, neuer Innenminister ist Martin Pecina. Beide hatten diese Positionen schon in der Übergangsregierung von Jan Fischer inne. Auch der Statistikexperte Fischer ist Mitglied des neuen Kabinetts - diesmal als Finanzminister. An der Spitze des Verteidigungsministeriums steht der ehemalige Berufssoldat General Vlastimil Picek - dieser ist der einzige Minister, der auch in der Regierung Necas vertreten war. Das Amt des Industrie- und Handelsministers wird der frühere Generaldirektor der Eisenhütte im nordmährischen Trinec, Jiri Ciencala, ausüben.

Es ist das dritte Beamtenkabinett in der Geschichte Tschechiens. Das erste unter Jan Tosovsky amtierte in den Jahren 1997-1998, das zweite unter Fischer dann von 2009 bis 2010.