München. In Bayern sind heute 9,5 Millionen Bürger zur Wahl eines neuen Landtags aufgerufen. Fünf Jahre nach dem Verlust ihrer jahrzehntelangen Alleinregierung kann sich die CSU von Ministerpräsident Horst Seehofer Hoffnungen machen, in Zukunft wieder alleine zu regieren. Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Ude setzt dagegen auf die vielen laut Umfragen noch unentschlossenen Wähler.

FDP muss um Einzug in den Landtag zittern

Bei der Landtagswahl 2008 war die CSU auf 43,4 Prozent der Stimmen abgestürzt. Sie regiert seitdem mit der FDP. Seehofer gab als Wahlziel eine Fortsetzung der Koalition aus. In den Umfragen der vergangenen Wochen rangierten die Christsozialen bei Werten, die ihnen sogar eine absolute Mehrheit der Sitze bringen würden. Die FDP hingegen muss nach ihrem Rekordwert von acht Prozent vor fünf Jahren diesmal um den Wiedereinzug ins Maximilianeum zittern.

Die SPD liegt den Umfragen zufolge im Bereich ihres historischen Tiefstands von 18,6 Prozent der Wahl 2008. Der von ihr erhoffte Ude-Effekt durch die Kandidatur des beliebten Münchner Oberbürgermeisters blieb bisher aus.

Ude strebt ein Ergebnis von deutlich über 20 Prozent an. Er will mit den Grünen und den Freien Wählern eine Dreierkoalition bilden. Um dies zu schaffen, müssten aber wohl beide Parteien ihre Rekordwerte von 2008 mit 9,4 Prozent (Grüne) und 10,2 Prozent (Freie Wähler) mindestens wiederholen. Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger hält sich außerdem offen, ob er im Fall der Fälle mit der CSU oder mit der SPD koalieren würde.

Der Wahlkampf blieb an Inhalten arm. Die CSU versuchte mit ihrer Forderung nach einer Pkw-Maut für ausländische Autofahrer einen Akzent zu setzen, außerdem verwies Seehofer auf die glänzenden Wirtschaftsdaten Bayerns.

Ude betonte hingegen, mit den von der SPD regierten Großstädten wie München oder Nürnberg hätten die Sozialdemokraten einen erheblichen Anteil an der guten Lage Bayerns. In der als wichtiges landespolitisches Thema geltenden Bildungspolitik will die SPD eine Wahlmöglichkeit zwischen dem acht- und dem neunjährigen Gymnasium einführen.

Gleichzeitig mit der Landtagswahl stimmen die Menschen im von der Bevölkerungszahl her zweitgrößten Bundesland am Sonntag auch über den Bezirkstag und mehrere Änderungen der Landesverfassung ab.