Sie halten auch Vorträge über Nachhaltigkeit. Auf Konsumenten-Webseiten werden Ihrem Unternehmen Rosen gestreut, nur beim Themenbereich Palmöl schneidet dm nicht so gut ab. Oft kann man nicht sehen, weder bei Ihnen, noch bei der Konkurrenz, ob sich es um Palmöl handelt und aus welchem Land es kommt. Umweltschutz-NGOs weisen darauf hin, dass Palmöl oft aus Gegenden kommt, in denen Urwald gerodet wird, um die Palmen anzupflanzen und so einen negativen Beitrag zur CO2-Bilanz leistet.

Wenn ein Hersteller Palmöl verarbeitet und Kunden diese Produkte kaufen wollen, kann sich ein Händler nicht leisten, die Produkte auszulisten.

Ist es ein Spagat, den Konsum fördern zu wollen und auf Nachhaltigkeit zu setzen?

Sie dürfen sich als Händler nicht verführen lassen, den Kunden dazu animieren zu wollen, etwas zu kaufen, was er in Wirklichkeit nicht braucht. Das ist der wesentliche Punkt. Den größten Nachhaltigkeitseffekt hätten wir als Gesellschaft, wenn wir alles das, was wir nicht brauchen, auch nicht kaufen würden. Drei Bohrmaschinen. Vier Computer. Egal was. Das ist ein Problem der Werbung. Und das ist auch der Grund, warum wir bei dm keine Sonderangebote machen. Schon seit 20 Jahren nicht mehr. Damals hatte ich gesagt: Wir machen keine Sonderangebote mehr. Warum? Weil die Kunden nur die Dinge kaufen sollen, die sie wollen, und nicht die, die wir wollen. Die Antwort war: "Herr Werner, sind Sie wahnsinnig geworden?"

In meiner dm-Filiale sehe ich schon noch Sonderangebote.

Die "Preiszuckerln", oder? Da unterscheidet sich das Marketing von dm Deutschland und dm Österreich.

Das Gespräch fand anlässlich der GDI-Handelstagung in Zürich statt.