Wiesbaden. Zeitgleich mit dem Bundestag wurde am Sonntag in Hessen der Landtag gewählt. Wie im Bund zeichnete sich in dem süddeutschen Bundesland mit sechs Millionen Einwohnern ein knappes Rennen zwischen der schwarz-gelben Landesregierung von Ministerpräsident Volker Bouffier (61, CDU) und Rot-Grün mit Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel (43, SPD) ab.

Laut Prognosen bleibt die CDU mit 39,4 Prozent zwar stärkste Partei vor der SPD mit 30,3 Prozent; dass es für Bouffier nicht mehr reichen könnte, hat mit dem schlechten Abschneiden der FDP zu tun. Sie fliegt vermutlich mit 4,9 Prozent aus dem Landtag. Die Grünen erreichen 10,5 Prozent, die Linkspartei ist laut Hochrechnung mit 5,5 Prozent im Landtag vertreten.

Somit scheint eine Rückkehr der unsicheren "hessischen Verhältnisse" möglich: 2008 gab es eine Mehrheit von SPD, Grünen und Linkspartei, doch die SPD scheiterte bei der Regierungsbildung. SPD-Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel will nicht mit der Linken zusammengehen.

Keine Auswirkungen hat die Hessen-Wahl auf die Kräfteverhältnisse im Bundesrat, wo die Opposition über eine stabile Mehrheit verfügt.