Berlin. Die meisten Branchen in Deutschland gehen optimistisch in das Jahr 2014. Von einer positiven Stimmung in ihren Unternehmen sprachen 26 von 48 Wirtschaftsverbänden, wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in seiner am Donnerstag veröffentlichten Umfrage mitteilte.

"Schon lange nicht mehr hat die deutsche Wirtschaft so positiv in die Zukunft geschaut", sagte IW-Direktor Michael Hüther. Gründe für den Optimismus seien die robuste inländische Konjunktur und die leichte Belebung in der Eurozone nach dem Ende der Rezession. Schwächere Wachstumsimpulse kämen hingegen aus den Schwellenländern Asiens und Südamerikas. Die Betriebe in den meisten Wirtschaftssparten wollen im kommenden Jahr mindestens so viel investieren wie 2013, während in 16 Branchen das Investitionsbudget aufgestockt werden soll. "Ein großes Beschäftigungsplus ist damit aber nicht verbunden", erklärte das IW. Die Zahl der Verbände, die mehr beziehungsweise weniger Mitarbeiter beschäftigen wollen, halte sich die Waage.

Gleichzeitig ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter den Präsidenten der Spitzenverbände der Wirtschaft, dass die wohl größte politische Aufgabe die Umstellung auf erneuerbare Energien ist. "Die Bundesregierung muss die Energiewende voranbringen", fordert Ulrich Grillo, Präsident des deutschen Industrieverbandes BDI. Dabei müssen die Entlastungen für energieintensive Betriebe rechtssicher gemacht werden. Handwerks-Präsident Otto Kentzler warnt, dass ohne substanzielle Kurskorrektur die Energiewende zum Scheitern verurteilt sei. DIHK-Präsident Schweitzer erklärt, Energiepreise seien im internationalen Wettbewerb von sehr großer Bedeutung. "Konjunktur- und Wachstumsrisiko Nummer eins bleibt aus Unternehmenssicht die Energiepreisentwicklung."

Insolvenzen rückläufig


Gleichzeitig soll die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland nach einer Prognose des Kreditversicherers Euler Hermes im kommenden Jahr auf den tiefsten Stand seit 19 Jahren sinken. "Im Gefolge einer robusten Konjunktur rechnen wir mit einer weiteren Abnahme um sechs Prozent auf 25.000 Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2014", sagte Euler-Hermes-Chefvolkswirt Romeo Grill im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Weniger Firmenzusammenbrüche hatte es in Deutschland zuletzt im Jahr 1995 mit damals 22.344 Fällen gegeben. Im laufenden Jahr stehen nach Einschätzung von Euler Hermes weiterhin Spediteure, die Druckindustrie und das Baugewerbe an der Spitze der Liste der insolvenzgefährdeten Branchen.