Straßburg. Das Europaparlament hat Forderungen nach einer Einschränkung der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union mit Nachdruck zurückgewiesen. Das Recht, in einem anderen Mitgliedsland zu leben und zu arbeiten, sei eine der vier Grundfreiheiten der Gemeinschaft und ein "Eckpfeiler" der EU-Integration, heißt es in einer am Donnerstag mit breiter Mehrheit verabschiedeten Entschließung des Parlaments.

Darin lehnen die Abgeordneten auch "jeden Vorschlag" zur Begrenzung der Anzahl von Einwanderern aus anderen EU-Staaten "kategorisch" ab. Die Mitgliedstaaten dürften "keine Maßnahmen" ergreifen, die dem im EU-Vertrag verankerten Recht auf Freizügigkeit widersprechen, verlangte das Europaparlament weiter. Die jüngsten Debatten über eine mögliche Einschränkung der Zuwanderung, die vor allem in Deutschland und Großbritannien nach der vollständigen Öffnung des EU-Arbeitsmarkts für Bulgaren und Rumänen am 1. Jänner entbrannt sind, werden in der Entschließung nicht ausdrücklich erwähnt.

Gemeinsamer Text der fünf größten Fraktionen
Der Text wurde von den fünf größten Fraktionen im Straßburger Parlament gemeinsam eingebracht. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderen die Unionsabgeordneten Manfred Weber und Elmar Brok.