London/Genf. Die britische Regierung hat sich zur Aufnahme besonders "verletzlicher" Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien bereit erklärt. Vize-Premierminister Nick Clegg erklärte am Dienstagabend, gemäß dem UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) hätten von sexueller Gewalt betroffene oder bedrohte Frauen Vorrang, gleiches gelte für alte und behinderte Menschen sowie Folteropfer.

London werde bei der Auswahl der bedürftigsten Menschen mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk zusammenarbeiten. Insgesamt sollten mehrere hundert Bürgerkriegsopfer aufgenommen werden.

Kritik von Amnesty International

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte Großbritannien im Dezember scharf kritisiert, weil es keinerlei Plätze für syrische Flüchtlinge zur Verfügung gestellt hatte. Anfang Jänner hatte London dann erklärt, dass es seit dem Beginn des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad im März 2001 mehr als 2000 Syrern politisches Asyl gewährt habe, davon 1500 allein im vergangenen Jahr.

Während des bewaffneten Konflikts in Syrien wurden Schätzungen zufolge mehr als 130.000 Menschen getötet. Millionen Menschen sind auf der Flucht.