Simferopol. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Telefonat am Sonntag eine rasche Ausweitung der bestehenden OSZE-Präsenz in der Ukraine vorgeschlagen. Eine größere Zahl von Beobachtern solle vor allem in die Brennpunkte im Osten der Ukraine entsandt werden, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Putin habe die Initiative positiv bewertet.

Eine Entscheidung über die Ausweitung des OSZE-Einsatzes solle mit möglichst breiter Zustimmung am Montag bei der Sitzung des Ständigen Rates der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Wien getroffen werden, sagte Seibert. Nach Angaben des russischen Präsidialamtes pochte Putin in dem Telefonat auf die Rechtmäßigkeit des umstrittenen Referendums auf der ukrainischen Halbinsel Krim. Es entspreche dem Völkerrecht, habe Putin argumentiert. Russland werde den Ausgang der Volksabstimmung respektieren.

Der Westen und die Regierung in Kiew lehnen das Referendum als völkerrechtswidrig ab, die EU und die USA haben mit Sanktionen gegen Russland gedroht. Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege John Kerry verständigten sich in einem ebenfalls am Sonntag geführten Telefonat darauf, die Krim-Krise durch eine Änderung der ukrainischen Verfassung zu lösen. Das teilte das russische Außenministerium mit.