Düsseldorf. Kurz vor einer neuen Verhandlungsrunde im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes für Bund und Kommunen hat die Gewerkschaft Verdi mit flächendeckenden Warnstreiks in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. "Wir verzeichnen seit dem Morgen eine enorm hohe Beteiligung", sagte ein Verdi-Sprecher am Dienstag.

An den Ausständen würden sich im Laufe des Tages sicher mehr als 45.000 Beschäftigte beteiligen. Die Warnstreiks hätten bereits um 03.00 Uhr im öffentlichen Nahverkehr begonnen. Busse und Bahnen seien an Rhein und Ruhr in den Depots geblieben. Auch Beschäftigte der Müllabfuhr, von Kindertagesstätten, Verwaltungen und Sparkassen hätten sich am Ausstand beteiligt.

"Zarte Hinweise" wurden nicht gehört
"Auf zarte Hinweise reagiert die Arbeitgeberseite heutzutage leider gar nicht mehr, deshalb müssen wir gleich deutlich werden", hatte der Verdi-Sprecher in NRW gesagt. Verdi und der Beamtenbund fordern unter anderem eine Lohnerhöhung von 100 Euro je Monat für alle Arbeitnehmer. Dazu soll ein Gehaltszuwachs von 3,5 Prozent kommen - dies würde im Schnitt eine Erhöhung um sieben Prozent ausmachen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände nannte die Forderungen unrealistisch hoch. Ein konkretes Angebot haben die Arbeitgeber noch nicht vorgelegt. Am Donnerstag und Freitag ist eine neue Verhandlungsrunde angesetzt.