Kiew/Moskau/Wien. Der Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE), der Schweizer Außenminister Didier Burkhalter, hat die Freilassung der Militärbeobachter gefordert, die von prorussischen Separatisten in der Ostukraine festgehalten werden. In einer in der Nacht zum Montag von der OSZE veröffentlichten Erklärung verurteilte Burkhalter die Festsetzung der Beobachter.

Die Separatisten halten seit Freitag mehrere Beobachter in ihrer Gewalt, darunter vier Deutsche. Auch die Bundesregierung verlangt die sofortige Freilassung der Gruppe. Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine ließen am Sonntag einen OSZE-Militärbeobachter aus Schweden frei, der unter Diabetes leidet.

Auf allen Ebenen wird gearbeitet
Burkhalter betonte, die OSZE arbeite auf allen Ebenen weiter daran, die Beobachter freizubekommen. Die Festsetzung der unbewaffneten Militärinspekteure sei "inakzeptabel". Die Sicherheit aller internationalen Beobachter in dem Land müsse sichergestellt werden, erklärte der Schweizer Außenminister weiter.

Burkhalter dankte allen internationalen Partnern für ihre Hilfe. Er hoffe, dass die Signale einer Unterstützung durch Russland schnell zu einem Fortschritt in der Angelegenheit führen würden. Es müssten Wege gefunden werden, die Krise in der Ukraine friedlich zu lösen.

Präsidentschaftskandidat: OSZE-Geiseln in Ukraine sind gefährdet
Der ukrainische Präsidentschaftskandidat Pedro Poroschenko hält das Leben der deutschen OSZE-Beobachter in der Stadt Slawjansk für gefährdet. "Es ist eine hochgefährliche Situation für die deutschen Geiseln", sagte Poroschenko in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe laut Vorabbericht). Der selbst ernannte Bürgermeister von Slawjansk sei ein "Terrorist". Er habe Ukrainer foltern lassen und andere Politiker getötet. "Er ist völlig durchgedreht und bereit, seine Waffen auch auf Ausländer zu richten", warnte Poroschenko.

In der Ostukraine befinden sich seit Freitag mehrere OSZE-Beobachter in der Hand prorussischer Rebellen. Unter ihnen sind auch vier Deutsche. Am Sonntagabend ließen die Separatisten einen OSZE-Beobachter frei. Der Schwede sei aus medizinischen Gründen auf freien Fuß gesetzt worden, sagte eine Sprecherin der Separatisten. Es gebe jedoch vorerst keine Pläne, die anderen sieben festgesetzten europäischen Beobachter gehen zu lassen.