Kiew/Charkiw. In der krisengeschüttelten Ostukraine ist der Bürgermeister der Millionenstadt Charkiw (Charkow) bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt worden. Gennadi Kernes sei in den Rücken geschossen worden, teilte Sprecherin Tatjana Grusinskaja am Montag örtlichen Behörden zufolge mit. Der Politiker sei in ein Krankenhaus gebracht worden, die Ärzte würden notoperieren.

Die westlichen Staaten wollen wegen der Ukraine-Krise neue Sanktionen gegen Russland verhängen. Unterdessen gehen die Bemühungen um eine Freilassung der OSZE-Militärbeobachter im Osten des Landes weiter.

Nachfolgend ein Ticker mit den wichtigsten Ereignissen:

15.08 Uhr - Die EU-Regierungen einigen sich Diplomaten zufolge auf Strafmaßnahmen gegen 15 weitere Personen. Vorgesehen ist demnach, weitere Konten einzufrieren und Reisebeschränkungen zu erlassen. Unterdessen gibt die US-Regierung bekannt, dass die Sanktionen der USA auch den Chef des Energiekonzerns Rosneft, Igor Setschin, betreffen. Die Aktie des Unternehmens fällt daraufhin um 1,6 Prozent.

14.50 Uhr - Die USA verhängen Sanktionen gegen sieben russische Regierungsvertreter und 17 Firmen, die Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin haben. Das US-Präsidialamt kündigt weiter an, dass keine Lizenzen für den Export von Hightech-Produkten an das russische Militär mehr ausgestellt werden. Bei weiteren Militärinterventionen in der Ukraine würden auch Sanktionen gegen Schlüsselsektoren der russischen Wirtschaft verhängt.

14.08 Uhr - Die Ukraine und die Slowakei unterzeichnen ein Abkommen, das die Lieferung von Erdgas aus Mitteleuropa in die frühere Sowjetrepublik in begrenztem Umfang zulässt. Über die Pipelines, die durch die Ukraine verlaufen, wird bislang russisches Gas Richtung Westen geleitet.

14.06 Uhr - Das russische Außenministerium kritisiert die Ukraine wegen der Truppenstärke im Südosten des Nachbarlandes. Sie sollte den OSZE-Staaten Anlass zur Sorge geben, heißt es in einer Mitteilung.

11.31 Uhr - Der Bürgermeister der ostukrainischen Stadt Charkiw wird mit Schusswunden in ein Krankenhaus gebracht.

11.30 Uhr - Die deutsche Bundesregierung verurteilt die Geiselnahme der OSZE-Beobachter in der Ostukraine und ihre Vorführung durch Separatisten scharf. Zudem müsse sich die russische Regierung von diesen Taten distanzieren und alles daran setzen, dass alle Festgehaltenen freikämen, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

10.10 Uhr - Bewaffnete Separatisten bringen nach Angaben der Regionalregierung ein weiteres Verwaltungsgebäude im Osten der Ukraine unter ihre Kontrolle.

09.59 Uhr - US-Präsident Barack Obama wird bei den geplanten Sanktionen gegen Russland konkreter. Sie würden auch High-Tech-Exporte in das Land betreffen. Geplant sind demnach zudem Strafmaßnahmen gegen weitere Personen und Firmen.