Brüssel. Nach der Europawahl folgt die Bildung des neuen EU-Parlaments und der neuen EU-Kommission. Das alles zusammen wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. Falls es zu Blockaden kommt, kann es auch länger dauern. So sieht der Kalender für die Wochen nach der Wahl aus:

Montag, 26. Mai: In Brüssel und in den europäischen Hauptstädten wird das Wahlergebnis analysiert. Welche Parteienfamilie setzte sich durch, welcher Spitzenkandidat für den Posten des Kommissionspräsidenten liegt vorn? Nach den Worten des derzeitigen Fraktionschefs der Sozialdemokraten, Hannes Swoboda (SPÖ), kann es mehrere Tage dauern, bis es ein klares Bild gibt. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Stärke der multinationalen Parteiengruppen durch Zu- oder Abgänge von nationalen Parteien verändern kann.

Dienstag, 27. Mai: Der scheidende Parlamentspräsident Martin Schulz und die Chefs der bisherigen Fraktionen in der Volksvertretung treffen sich zum ersten Mal nach der Wahl. Sie formulieren eine Botschaft an die Staats- und Regierungschefs, die sich zu einem Gipfel-Abendessen treffen. Erste Weichenstellungen für die wichtigsten Personalien sind möglich. Neben dem Kommissionspräsidenten müssen auch der Ratspräsident und der Posten des EU-Außenbeauftragten neu bestimmt werden.

Mittwoch, 25. Juni: Bis zu diesem Termin müssen sich die Fraktionen des neuen EU-Parlaments konstituiert haben. Dabei könnten sie zahlreiche Neuzugänge von bisher nicht vertretenen Abgeordneten erhalten. Dazu gehört etwa die Partei M5S von Beppe Grillo in Italien, die sich der Fraktion der Europäischen Linkspartei anschließen könnte. Auch können sich neue Fraktionen bilden, wofür zumindest 25 Abgeordnete aus sieben Staaten nötig sind. Eine neue Rechtsfraktion bilden wollen etwa einige Parteien rund um die Front National, die PVV und die FPÖ.

Donnerstag, 26. Juni: Der reguläre EU-Gipfel bietet weitere Gelegenheit für Personaldebatten und für Entscheidungen. EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy muss den Staatenlenkern für die Nachfolge von EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso einen Vorschlag machen, den diese mit qualifizierter Mehrheit billigen.

Dienstag, 1. Juli: Erste Sitzung des neuen Parlaments in Straßburg. Wahl des Präsidenten der Volksvertretung.

Montag, 14. Juli: Das neue Parlament kommt wieder zusammen. Dann soll der Kommissionspräsident gewählt werden. Falls es zu Blockaden kommt, muss die Wahl verschoben werden.

September: Anhörung der designierten Kommissare im Europaparlament, falls zuvor der Kommissionschef gewählt wurde.

Freitag, 31. Oktober: Die Amtszeit der von Jose Manuel Barroso geführten Kommission geht zu Ende.