Rom/Straßburg. Der Gründer der populistischen italienischen Protestbewegung Fünf Sterne, Beppe Grillo, verteidigt die EU-Parlamentarier von Nigel Farages rechtspopulistischer UKIP, die bei der ersten Sitzung des EU-Parlaments ihre Schultern gezeigt hatten, als die "Ode an die Freude" aus der Neunten Symphonie von Ludwig van Beethoven als EU-Hymne ertönte.

"Schluss mit der ́Ode an die Freude ́. Sie wurde von Hitler bei Geburtstagen und von Mao in China gespielt, Schluss!", betonte Grillo nach Angaben italienischer Medien. Grillo kritisierte die "Bürokratie auf höchstem Niveau" in Brüssel. "Man begreift hier nichts. Wir sind für Transparenz. Wir wollen dieses Parlament und diese Büros öffnen und die Verantwortliche für diese verheerende Politik und Wirtschaft finden", sagte der Starkomiker, der 2009 seine populistische Bewegung gegründet hatte.

Keine Finanzierung für Italien

Grillo appellierte an Brüssel, seiner Heimat Italien keine Finanzierungen mehr zu gewähren. "Ich bin hier, um klar zu sagen: Gebt Italien keine Finanzierungen mehr. Sie verschwinden in drei Regionen - Kalabrien, Sizilien und Kampanien - und geraten in die Hände der Mafia", so Grillo.

Die Fraktion mit Grillo und Farage umfasst 48 Abgeordnete aus sieben Staaten und heißt - wie die bisherige Gruppe um Farage - Europa der Freiheit und der Demokratie (EFD). Allerdings wird das Personal mehr oder weniger ausgewechselt - einige Parteien verließen zuletzt die Fraktion und wandten sich anderen politischen Gruppen zu.