Mit Preisen von etwa 8000 Euro je Hektar sind auch serbische Äcker attraktiv für ausländische Investoren. Zwar ist es in Serbien gesetzwidrig, Ackerland an Investoren jenseits der Landesgrenzen zu verkaufen, jedoch kann diese Hürde überwunden werden. Serbische Partnerfirmen des österreichischen Unternehmens Advance Management bewirtschaften laut Fian-Bericht zum Beispiel eine Gesamtfläche von etwa 100.000 Hektar. Mit ihrer Hilfe sollen ausländische Firmen indirekt in die serbische Landwirtschaft investieren können.

Nichtregierungsorganisationen kritisierten bereits, dass die EU-Agrarpolitik einer gerechten Landverteilung in Südosteuropa nicht zuträglich sei, da die EU vor allem große Agrarbetriebe fördert. So wurde in Rumänien 2012 die Hälfte der EU-Agrarsubventionen an nur ein Prozent der Höfe vergeben, die je über 500 Hektar groß sind.

"Der Zugang zu Land ist eine Grundvoraussetzung für Ernährungssouveränität in Europa. Doch die aktuelle EU-Agrarpolitik erschwert diesen Zugang, indem sie Landkonzentration und Landgrabbing verschärft. Kleinbäuerliche und ökologische Landwirtschaft muss Vorrang gegenüber konzentrierter, kommerzialisierter und industrialisierter Landwirtschaft bekommen, die nur den Profitinteressen einiger weniger dient", sagte Irmi Salzer von der österreichischen Kleinbauernvereinigung Via Campesina am Mittwoch in Wien.

Im Juni nahm die UN-Generalversammlung eine Resolution an, die eine Regulierung von transnationalen Konzernen anstrebt und diese rechtlich binden soll, das Menschenrecht auf Landzugang und Nahrung zu berücksichtigen. Österreich stimmte dagegen. Laut Fian-Sprecherin Brigitte Reisenberger ist dies ein großer Erfolg für die Menschenrechte und "das Ende der Straflosigkeit von transnationalen Konzernen." Gleichzeitig kritisierte sie das Abstimmungsverhalten Österreichs als "beschämend".