Donezk. Bei ihrem Vormarsch auf die Rebellenhochburg Donezk hat die ukrainische Armee zwei weitere Städte von den prorussischen Separatisten zurückerobert. Über Artemiwsk und Druschkiwka an der Straße zwischen Slawjansk und Donzek sei wieder die ukrainische Flagge gehisst worden, meldeten Verteidigungsminister Walerij Geletej und Generalstabschef Viktor Muschenko am Sonntag Präsident Petro Poroschenko.

Am Samstag hatten die Regierungstruppen bereits die Rebellen-Bastionen Slawjansk und Kramatorsk zurückerobert. Die prorussischen Separatisten zogen sich daraufhin nach Donezk knapp hundert Kilometer südlich von Slawjansk zurück. Auch aus dem Ort Kostjantyniwka rückten die Rebellen ab. Es war der größte Erfolg der Armee in ihrem seit Wochen andauernden Einsatz im Osten des Landes.

Truppen in Donezk konzentriert

Separatistenführer Denis Puschilin schrieb am Sonntag auf Twitter, Donezk bereite seine Verteidigung vor. "All unsere Truppen sind hier konzentriert. Die Verteidigung von Donezk wird ein Wendepunkt sein. Wir werden siegen." Mehr als 2.000 Anhänger der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk" versammelten sich im Zentrum der Stadt, um ihren Willen zur Verteidigung ihrer Hochburg zu erklären.

Der selbsternannte Gouverneur von Donezk, Pawlo Gubarew, zeigte sich entschlossen zum Kampf. "Wir werden Kiew befreien, aber im Moment wissen wir nicht, wie viel Blut das kosten wird und wann wir es tun", rief er der Menge zu. Der Abzug der Rebellen aus Slawjansk sei "richtig und sogar genial", erklärte er. "Jetzt wird die Armee Donezk mit seiner Million von Einwohnern einkreisen und angreifen", sagte Gubarew. Die Demonstranten auf dem Lenin-Platz trugen Transparente mit Aufschriften wie "Rettet Donezk vor der ukrainischen Armee" und "Stoppt den Völkermord im Donbass".