London. (tr) Der britische Konservative Boris Johnson plant eine Rückkehr ins Unterhaus, dies kündigte er in gewohnt nebulöser Formulierung in einer Rede am Mittwoch an. Dabei hätte er zwar noch keinen bestimmten Wahlkreis im Auge, aber "aller Wahrscheinlichkeit nach" würde er bis zur Wahl einen Sitz finden, um den er sich bewerben könnte, so Johnson. Boris, wie die Briten ihn nennen, hatte sich lange mit einer diesbezüglichen Entscheidung geziert. Zwar hatten britische Medien schon lange spekuliert, dass Johnson eine Rückkehr ins Parlament, wo er bereits von 2001 bis 2008 für den Wahlkreis Henley tätig gewesen war, anstrebe, jedoch hatte er selbst noch letzten Oktober gesagt, dass er "lieber schlüpfrige Romane schreiben würde" als ins Parlament zurückzukehren.

Wo der Konservative mit der Sturmfrisur auftaucht, herrscht erst einmal Verwirrung. Doch während andere noch über seine häufigen Fehltritte spotten, bringt sich Johnson mit seiner Kandidatur in Startposition für ein Rennen, an dessen Ende er auf dem Sessel des Tory-Leaders David Cameron sitzen könnte. Zwar beteuert er oft, ein großer Unterstützer des Premierministers zu sein, den er schon aus Privatschulzeiten als Rivalen kennt. Jedoch weiß auch Johnson, dass - sollte er sich in den nächsten Jahren um das Amt Camerons bemühen - seine Chancen nicht schlecht stünden. Trotz seiner häufig fragwürdigen und exzentrischen Auftritte ist Boris beliebt. Als Bürgermeister von London setzte er sich für Kriminalitätsbekämpfung und eine weitere Stärkung des Finanzplatzes London ein.

Premier Cameron reagierte auf die Ankündigung Johnsons gelassen. In einem Tweet sagte er am Mittwoch, er hätte immer schon gesagt, dass er seine "Starspieler auf dem Feld" haben wolle.