Brüssel/Wien. Am Mittwoch musste sich unter anderen die designierte EU-Kommissarin für Arbeit und Soziales, Marianne Thyssen, den Fragen der EU-Abgeordneten stellen. Thyssen sagte, sie wolle die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen und sich für die Umsetzung der europäische Jugendgarantie einsetzen. Die Jugendgarantie soll junge Menschen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten in Praktikum, Arbeit oder Ausbildung bringen. Die EU stellt dazu im laufenden und im kommenden Jahr mehrere Milliarden Euro zur Verfügung: "Wenn wir hier kein Ergebnis zeitigen können, dann wird es bei der jungen Generation eine tiefe Vertrauenskrise geben, und das darf nicht sein", erklärte die belgische Christdemokratin.

Die im Frühjahr 2013 beschlossene Jugendgarantie kommt aber nur schleppend in Gang. Bisher haben nur Frankreich und Italien erfolgreich Programme in Brüssel eingereicht. "Ich werde nicht zögern, die Mitgliedsstaaten zur Ordnung zu rufen", versicherte Thyssen.

Die designierte EU-Justizkommissarin Vera Jourova sah sich gezwungen, ihre Vergangenheit zu verteidigen: "Vor acht Jahren war ich in einer Gefängniszelle. Ich war Opfer der Ungerechtigkeit", so die Tschechin, die das Justizressort übernehmen soll. Jourova war 2006 beschuldigt worden, an einer Korruptionsaffäre im Zusammenhang mit EU-Fonds beteiligt gewesen zu sein. Deshalb verbrachte sie ein Monat in Untersuchungshaft. Da sich die Vorwürfe als falsch erwiesen, wurde sie entschädigt. Die Liberale und frühere tschechische Ministerin für Regionalentwicklung wird in der neuen EU-Kommission neben Justiz für Verbraucherschutz und Gleichstellung zuständig sein.

Als Nachfolgerin des Österreichers Johannes Hahn soll die Rumänien Corina Cretu für Regionalpolitik zuständig sein. Die 47-jährige Rumänin gehört für die Sozialdemokraten seit 2007 dem EU-Parlament an.

Regionalpolitik ist mit 352 Milliarden Euro für die nächsten sieben Jahre ein Bereich, in den die EU-Staaten viel Geld investieren. Cretu wurde entsprechend hart befragt. Denn zahlreiche Mitglieder sind bei den Zahlungen säumig - ein Problem, das Cretu "diskutieren" will, für das sie aber laut ihren Kritikern kein klares Konzept vorlegen konnte.