Ljubljana/Brüssel. Nach dem Rücktritt von Alenka Bratusek hat die slowenische Regierung die bisherige Entwicklungsministerin Violeta Bulc als ihre Nachfolgerin für den Posten des Landes in der EU-Kommission nominiert. Dies gab der slowenische Premier Miro Cerar am Freitag bei einer Pressekonferenz in Ljubljana bekannt.

Juncker will erst nach Bulc-Gespräch über Ressort entscheiden
Der designierte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wird erst nach einem Gespräch mit der von Slowenien nominierten EU-Kommissarin Violeta Bulc über deren etwaiges Ressort in seinem Gremium entscheiden. "Herr Juncker kennt sie nicht", unterstrich ein Juncker-Sprecher am Freitag in Brüssel.

  Man habe erst vor wenigen Minuten offiziell von Bulcs Nominierung gehört. "Wenn die Nominierung offiziell vor den Präsidenten gebracht wird, möchte er mit Frau Bulc Anfang kommender Woche sprechen", so sein Sprecher. Einstweilen gelte die vom designierten Kommissionspräsidenten vor zwei Wochen präsentierte Ressortverteilung weiterhin - bis zum Gespräch mit Bulc.

  Unklar ist deshalb, ob Bulc das ursprünglich für ihre zurückgetretene Vorgängerin Alenka Bratusek vorgesehene Energieunionsressort samt Vizepräsidentschaft übernehmen soll. "Das Portfolio wird nach dem Gespräch mit dem designierten Präsidenten Jean-Claude Juncker festgelegt - nicht vorher", so der Juncker-Sprecher. Nicht bestätigen wollte er auch Berichte, wonach Vizepräsident Frans Timmermans zusätzlich den Bereich Nachhaltigkeit erhalten soll.

  Bulcs Nominierung war nach der Ablehnung und dem darauffolgenden gestrigen Rücktritt von Bratusek Freitagmittag vom slowenischen Premier Miro Cerar bekannt gegeben worden. Unabhängig von der Entscheidung für Bulc bestehe jedenfalls weiter das Risiko, dass die Juncker-Kommission nicht wie geplant am 1. November ihr Amt antreten könne. "Das Risiko besteht nach wie vor", so der Juncker-Sprecher. Es sei aber zurückgegangen.