Die Europäische Union plant laut einem Zeitungsbericht unter dem Dach der WHO eine EU-weit koordinierte Initiative für den medizinischen Abtransport von Ebola-Infizierten aus Westafrika. Ziel sei es, eine Rettungskette für freiwillige Helfer aus Europa aufzubauen, berichtete die Zeitung "Welt" (Samstag) unter Berufung auf Diplomatenkreise in Brüssel.

Verschärfte Flughafen-Kontrollen

Aus Angst vor einer unkontrollierten Ausbreitung der Ebola-Seuche erhöhen mehrere Staaten ihre Vorkehrungen gegen die häufig tödlich verlaufende Krankheit. Am New Yorker Flughafen JFK begannen die Behörden im großen Umfang mit der Körpertemperatur-Erfassung von Reisenden, die aus den drei besonders stark betroffenen westafrikanischen Staaten eintrafen.

In Spanien wurden am Samstag 16 Menschen vorsorglich medizinisch überwacht, weil sie Kontakt zu einer in Madrid erkrankten Pflegerin hatten. Gleichzeitig bemühten sich die Behörden, keine Panik zu verbreiten. In Deutschland etwa müsse sich niemand Sorgen machen, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Inzwischen 8.000 Ebola-Fälle weltweit

Derzeit werden in Deutschland zwei Ebola-Patienten behandelt, einer in Frankfurt am Main, der andere in Leipzig. Das Leipziger Klinikum St. Georg hielt sich über den aktuellen Zustand des UN-Mitarbeiters bedeckt. Nach Rücksprache mit dem aus Liberia eingeflogenen 56-Jährigen würden zunächst keine weiteren Angaben gemacht, hieß es am Samstag.

Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind inzwischen weit über 8.000 Ebola-Fälle in den drei hauptsächlich von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone registriert, mehr als 4.000 Menschen starben. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Entwarnung in Mazedonien

In Mazedonien wurde doch kein Ebola-Fall registriert. Das Gesundheitsministerium teilte am Samstagnachmittag mit, dass der am Donnerstag in Skopje gestorbene 58-jährige Brite nicht an Ebola erkrankt gewesen sei. Dies hätten Laboranalysen, die in Hamburg vorgenommen wurden, bestätigt. Die Quarantäne, in welcher sich seit Donnerstag 25 Personen - Personal des Hotels in Skopje, in welchem der Brite abgestiegen war, und einige Gäste - befanden, wurde aufgehoben.