Brüssel. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich bei seiner Antrittspressekonferenz betont launig, locker und offen präsentiert. Am häufigsten ging es dabei um das Wort Kritik. So meinte Juncker, "ich bin zur Selbstkritik nicht fähig" und streute dabei den Journalisten Rosen: "Ich brauche daher jemanden, der mich ab und zu kritisch begleitet".

Erfreut zeigte er sich über die positiven Medienberichte zur neuen Kommission und ihn selbst in den vergangenen Tagen. "Ich bin auch beeindruckt. Aber auch beunruhigt aufgrund der hohen Erwartungen. Man glaubt, dass ich alles schaffe. Ich bin bereit, ich kann auch alles schaffen, aber vielleicht nicht in dem Maß, wie Sie das beschrieben haben". Juncker: "Ich befürchte, dass ich jemanden enttäuschen werde. Ich möchte Sie bitten, mich aufmerksam zu begleiten", sagte der Kommissionspräsident vor den Journalisten im vollen Presseraum des Berlaymonts.

Juncker: "Ich habe keine Angst"

Er mache sich aber keine Illusionen: "Ich glaube nicht, dass die gute Presse, die ich bisher bekommen habe, sehr nachhaltig sein wird". Er wolle aber jedenfalls auf ungerechtfertigte Kritik antworten, egal woher sie komme: "Ich stehe nicht vor Premierministern und zittere. Ich habe keine Angst." Andererseits "wollen wir auch nicht dramatisieren. Wir suchen keine Konflikte, wo es keine gibt. Wir sind ja auch keine kleinen Kinder hier".

Als Juncker die Verlängerung der Taskforce für Griechenland bis Mitte 2015 ankündigte, machte er auf seine Krawatte aufmerksam: "Ich habe übrigens die Krawatte des griechischen Vorsitzes aus 2003 angezogen". Allzu lange wollte sich der Luxemburger dann aber auch wiederum nicht den Journalistenfragen aussetzen: "Ich könnte noch mehr Informationen geben. Aber ich habe Hunger, die Kommissare warten auf mich, deshalb will ich schnell zum Mittagessen".