Hannover. Über 170.000 Menschen haben sich bis  Sonntag an einer Internet-Unterschriftenaktion gegen das islamfeindliche Pegida-Bündnis beteiligt. Unter dem Motto "Für ein buntes Deutschland" sammelt der Organisator der Aktion, Karl Lempert aus Hannover, auf der Plattform change.org seit dem 23. Dezember Unterschriften. Sein Ziel: eine Million Unterstützer.

"Merkel muss Union in Sachen Pegida zur Ordnung rufen"

Unterdessen hat die deutschen Linkspartei die Union davor gewarnt, Parolen der islamkritischen Bewegung Pegida salonfähig zu machen. "Ex-Innenminister (Hans-Peter) Friedrich läuft den Ausländerfeinden und Islamverächtern von Pegida und AfD hinterher", sagte Bernd Riexinger, Vorsitzender der Linkspartei, dem Berliner "Tagesspiegel-Online".

Der CSU-Politiker Friedrich hatte kritisiert, die Union ignoriere konservative Themen und überlasse damit die rechte Flanke des Parteienspektrums anderen Kräften. Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende argumentierte, der Kurs der CDU unter Kanzlerin Angela Merkel sei "ein verheerender Fehler, der zur Spaltung und Schwächung des bürgerlichen Lagers führen kann".

Linke-Chef Riexinger forderte Merkel auf, in der Union "klare Kante" gegen sich häufende Versuche zu zeigen, die Union zum rechten Rand zu öffnen. "Ihre Aufrufe zur Distanz zu Pegida muss sie nicht nur an die Bürgerinnen und Bürger, sondern zunächst an die eigene Partei richten", sagte Riexinger.

Derzeit ist in Dresden keine Pegida-Demonstration geplant. Das nächste Mal wollen sich die Anhänger der Anti-Islam-Bewegung im Jänner versammeln.