Brüssel. Außenminister Sebastian Kurz hat dafür plädiert, dass die EU und Russland über die Wurzeln des gegenwärtigen Ukraine-Konflikts sprechen. "Es geht nicht um Verschärfungen oder Lockerungen (der Sanktionen, Anm.), es geht darum, aus der reinen Reaktion herauszukommen", sagte Kurz am Montag vor dem EU-Außenministerrat in Brüssel. Dazu brauche die EU eine Strategie.

  Es sei notwendig, dass die EU eine Strategie entwickle, "wie man langfristig das Verhältnis mit Russland wieder auf stabile Beine setzen kann", sagte Kurz. "Wir hoffen dass es die Möglichkeit gibt, auch über die Wurzeln des Konflikts zu sprechen, über das Blockdenken zwischen Eurasischer Zollunion und Europäischer Union, wo immer mehr Länder wie die Ukraine, aber auch Georgien und Moldau in einer Zerreißprobe sind."

  Es wäre falsch, wenn die EU nur reaktiv mit Russland umgehe, sagte der Außenminister. Er hoffe, dass es gelinge, eine friedliche Lösung für die Ukraine zu finden, und dass der Friedensplan von Minsk Realität werde. Mittelfristig sei ein stabiles Verhältnis zu Russland das Ziel. "Langfristig wird Frieden in Europa niemals gegen, sondern immer nur mit Russland möglich sein."

  Dass sich die Europäer mit der Annexion der Krim durch Moskau abfinden, glaubt Kurz nicht. "Es gibt definitiv keine Akzeptanz für die Annexion der Krim. Das ist die klare Linie, und dabei wird es auch bleiben."