Paris. Frankreich sollte nach den Worten des neuen griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras einen Wandel in der EU hin zu einer wachstumsfreundlicheren Politik anführen. "Wir brauchen eine neue Vereinbarung für eine Rückkehr zum Wachstum, für die Stärkung der Beschäftigung und des sozialen Zusammenhalts", sagte Tsipras am Mittwoch bei einem Treffen mit Frankreichs Präsident Francois Hollande in Paris.

"Bei dieser Anstrengung brauchen wir vor allem Frankreich, das eine maßgebliche Rolle als Garant spielen muss", so Tsipras weiter. Frankreich müsse "die Rolle des Protagonisten bei diesem Politikwechsel" einnehmen.

"Wir sind keine Bedrohung für Europa"
"Wir sind keine Bedrohung für Europa", betonte Tsipras zudem. Die Wahl des Politikers vor eineinhalb Wochen hatte in Europa ein politisches Erdbeben ausgelöst. Tsipras hat eine Abkehr vom harten Sparkurs in seinem unter einer gewaltigen Schuldenlast leidenden Land angekündigt. Forderungen nach einem Schuldenschnitt hat die neue griechische Regierung inzwischen aber abgemildert; sie setzt sich nun für ein Umschuldungsprogramm ein und sucht nach einem Kompromiss mit EU und Europäischer Zentralbank (EZB).

Hollande sagte, nötig sei "Respekt" für den Ausgang der Wahl in Griechenland vom 25. Januar. Das Votum des griechischen Volkes sei eine klare Absage an eine strikte "Austeritäts"-Politik "als einzige Perspektive und Realität". Zugleich sei aber auch Respekt für die europäischen Regeln und die Zusagen im Bezug auf Staatsschulden nötig. Hollande betonte auch die "Verantwortung" für die gemeinsame Währung Euro.

Vor seinem Treffen mit Hollande hatte Tsipras in Brüssel erstmals EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk getroffen.