Kopenhagen. Die dänische Notenbank will die Koppelung der Krone an den schwächelnden Euro unter allen Umständen verteidigen. "Wir sind bereit, alles zu tun, was nötig ist", sagte Zentralbank-Chef Lars Rohde am Freitag. Er nutzte dabei die gleiche Formulierung wie einst EZB-Chef Mario Draghi in der Euro-Schuldenkrise, der mit den Worten Investoren beruhigte und dafür sorgte, dass Krisenländer sich wieder zu erschwinglicheren Konditionen Geld leihen konnten.

Seit die Schweizerische Nationalbank den Mindestkurs des Franken zum Euro aufgegeben hat, haben Anleger die dänische Krone zur neuen Zielscheibe auserkoren. Sie glauben, dass auch Dänemark den Fixkurs aufgeben könnte und investieren massenhaft in die Währung des skandinavischen Landes. Um dem entgegenzuwirken, hat die Zentralbank allein im Jänner 14 Milliarden Euro für Währungskäufe ausgegeben. Gleichzeitig ist sie bemüht, die Krone für Anleger so unattraktiv wie möglich zu machen. Sie hat ihren Strafzins auf Einlagen am Donnerstag zum vierten Mal innerhalb von drei Wochen angehoben. Der Anstieg um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent war dabei deutlich höher als bei den vorangegangenen Zinsschritten, als die Strafzinsen um jeweils 0,15 Punkte angehoben wurden. Mit dem jüngsten Schritt liegen die Leitzinsen in Dänemark auf demselben Niveau wie in der Schweiz.

Fixer Kurs "unverzichtbar"


In der vergangenen Woche stellte das Land im Kampf gegen eine Aufwertung der Krone zudem die Ausgabe von Staatsanleihen ein. Der Haushaltsüberschuss vom vergangenen Jahr und die eigenen Devisenreserven deckten den Finanzbedarf für 2015 ab, erklärte die Notenbank. Mit dem Schritt werde auch der Zufluss von ausländischen Währungen gedrosselt.

Notenbankchef Rohde erklärte, feste Wechselkurse seien für die dänische Wirtschaftspolitik unverzichtbar. Die Zentralbank verfüge über die notwendigen Instrumente, diese Politik so lange wie nötig zu verteidigen. Rohde ergänzte, die Zentralbank habe ausreichend Kronen zur Verfügung. "Das ist eine Option, die wir nutzen können, und sie hat kein Limit." Es gebe weitere Möglichkeiten, die bisher noch nicht zum Einsatz gekommen seien. Rohde sagte, ein eigenes Kaufprogramm für Staatsanleihen sei nicht ausgeschlossen, auch wenn es derzeit keine entsprechenden Pläne gebe.

Die europäische Gemeinschaftswährung hat zuletzt massiv abgewertet, weil Draghi Staatsanleihekäufe im Volumen von rund 1,1 Billionen Euro angekündigt hat. Damit will die Europäische Zentralbank (EZB) die aus ihrer Sicht viel zu niedrige Inflation anheizen und auch für mehr Wachstum sorgen.