Kiew. Trotz internationaler Friedensbemühungen sind bei erneuten Gefechten in der Ostukraine innerhalb von 24 Stunden mindestens 18 Menschen getötet worden. Neun Soldaten starben der Armeeführung in Kiew zufolge bei heftigen Kämpfen mit prorussischen Aufständischen. Dabei seien auch 26 Militärangehörige verletzt worden, sagte ein Sprecher des ukrainischen Generalstabs am Montag.

Kiews Militärsprecher Andrej Lyssenko warf Russland gleichzeitig vor, am Wochenende mit rund 1500 Soldaten und Raketensystemen in die Ukraine vorgedrungen zu sein. Beweise präsentierte er aber nicht. Moskau hatte solche Anschuldigungen mehrfach zurückgewiesen.
In Berlin, Brüssel und Washington wurde in Gesprächen auf allen Ebenen um eine Deeskalation der Lage gerungen. Laut dem deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist der durch die deutsch-französische Friedensinitiative anvisierte Krisengipfel, der am Mittwoch im weißrussischen Minsk stattfinden soll, noch nicht gesichert. Die EU-Außenminister verschoben die Umsetzung der jüngsten Erweiterung der Sanktionsliste, um die Gespräche nicht zu torpedieren.

Am Montag kam die deutsche Kanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident Barack Obama in Washington zusammen. Merkel erläuterte Obama, den vermehrt Zurufe ereilen, er solle Kiew mit Defensivwaffen beistehen, ihren Friedensplan. Nach dem Treffen drohten Obama und Merkel dem Kreml mit weiteren Sanktionen, falls es bei dem kommenden Gipfel keine Ergebnisse gibt.