New York/Budapest/Debalzewo/Kiew. Nach den neuen Kämpfen in der ostukrainischen Stadt Debalzewo hat der UNO-Sicherheitsrat die sofortige Einhaltung der vergangene Woche vereinbarten Waffenruhe gefordert.

Der Rat nannte am Dienstag ausdrücklich den strategisch wichtigen Ort, den die prorussischen Rebellen nach eigenen Angaben zu 80 Prozent eingenommen haben. In einer Resolution wurden alle Beteiligten in dem Konflikt aufgefordert, das Abkommen umzusetzen.

Der Resolutionsentwurf war von Russland eingebracht worden, das zu den Ständigen Mitgliedern des Rates gehört. Die Regierung in Moskau wird vom Westen beschuldigt, die Rebellen zu unterstützen. Sie hat dies zurückgewiesen.

Putin: Gewalt zurückgegangen

Präsident Wladimir Putin erklärte am Dienstagabend bei einem Besuch in Budapest, die Kämpfe bei Debalzewo seien zu erwarten gewesen. Allerdings sei die Gewalt insgesamt seit der Einigung auf eine Waffenruhe deutlich zurückgegangen. Er hoffe, dass die Rebellen die eingeschlossenen Regierungstruppen abziehen ließen, erklärte Putin weiter.

Poroschenko fordert "entschiedene Reaktion" des Westens

Putins ukrainischer Kollege Petro Poroschenko nannte den Vorstoß der Rebellen in Debalzewo dagegen einen "zynischen Angriff" auf die vereinbarte Waffenruhe. Er habe sich in einem Telefongespräch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür ausgesprochen, dass der UNO-Sicherheitsrat weitere Verstöße gegen das Abkommen verhindere, hieß es in einer Erklärung am Abend.

Separatisten lieferten sich heftige Straßenkämpfe

Die prorussischen Separatisten waren am Dienstag trotz der seit Sonntag geltenden Waffenruhe erstmals in Debalzewo eingedrungen. Sie lieferten sich heftige Straßenkämpfe mit den dort festsitzenden Regierungssoldaten und eroberten nach eigenen Angaben 80 Prozent der Stadt. Die ukrainische Armee räumte ein, dass die Separatisten weite Teile der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht und "mehrere" Militäreinheiten in der Stadt eingekesselt haben.

"Ein großer Teil der Stadt befindet sich unter unserer Kontrolle", sagte der Separatisten-Sprecher der Agentur Interfax. Es gebe "viele Opfer" bei den Regierungseinheiten, dutzende andere Soldaten würden kapitulieren.

Die ukrainische Armee hat erstmals eingeräumt, dass die prorussischen Separatisten "mehrere" Militäreinheiten in der strategisch wichtigen Stadt Debalzewo im Osten des Landes eingekesselt haben. "Mehrere unserer Einheiten sind eingekreist", sagte Militärsprecher Anatoli Stelmach am Dienstag. Es gebe weiter "heftige Kämpfe".

Zuvor hatten die Rebellen erklärt, sie hätten Debalzewo zu 80 Prozent unter ihre Kontrolle gebracht. Trotz der seit Sonntag geltenden Waffenruhe drangen sie am Dienstag erstmals in Debalzewo ein und lieferten sich heftige Straßenkämpfe mit den dort festsitzenden Regierungssoldaten.