Athen. Im Schuldenstreit mit der Euro-Zone will die griechische Regierung ihren Antrag auf eine Verlängerung der Kredithilfen nicht nachbessern. Ein Regierungssprecher sagte am Donnerstag in Athen, die Euro-Finanzminister hätten nur die Optionen, dem griechischen Vorschlag zuzustimmen oder diesen abzulehnen. Die Entscheidung der Eurogruppe werde offenbaren, wer eine Lösung wolle und wer nicht. Die Finanzminister des Währungsraums kommen am Freitag in Brüssel zu Beratungen über den Antrag zusammen.

Brief mit zwiespältiger Botschaft
Der von den Finanzministern der Eurozone sehnlich erwartete Brief aus Griechenland ist eingelangt. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem bestätigte den Eingang des Schreibens aus Athen: "Griechischen Antrag für sechsmonatige Verlängerung erhalten", schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.


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Das Schreiben der griechischen Regierung im Worlaut
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Die Finanzminister der Eurozone kommen am Freitag zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammen, um über den Antrag auf weitere finanzielle Unterstützung zu beraten.

Allerdings verspricht auch diese Sitzung turbulent zu werden: Trotz der Bitte an die EU um weitere finanzielle Unterstützung lehnt die griechische Regierung die damit bisher verbundenen Spar- und Reformauflagen weiter ab.

Deutschland weist Antrag ab
Die deutsche Bundesregierung lehnt den Antrag der griechischen Regierung auf eine Verlängerung der Milliardenhilfen des Euro-Rettungsschirms EFSF als unzureichend ab. Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Jäger, erklärte am Donnerstag: "Der Brief aus Athen ist kein substanzieller Lösungsvorschlag. In Wahrheit zielt er auf eine Brückenfinanzierung, ohne die Anforderungen des (Hilfs-)Programms zu erfüllen."

Anders als Deutschland wertet die EU-Kommission den Antrag Griechenlands auf eine sechsmonatige Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms als positives Zeichen. Nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ebne der Antrag den Weg zu einem Kompromiss, sagte Junckers Sprecher am Donnerstag in Brüssel. Inwieweit Griechenland sich mit dem Bekenntnis zu der Finanziellen Rahmenvereinbarung mit dem EFSF (MFAFA) von 2012 auch zu den Reformen verpflichtet, die im Memorandum of Understanding in Form von Meilensteinen definiert sind, wollte der Sprecher nicht sagen. Das MFAFA beschreibe genau das Programm in der existierenden Form, sagte er.