Athen. Der von der griechischen Regierung mit Spannung erwartete Brief mit einer von der Eurogruppe verlangten "konsolidierten" Liste mit Reformvorhaben soll Montagabend in Brüssel eintreffen. Schon im Vorfeld führen Experten der nunmehr "Institutionen" genannten ehemaligen Trojka Feinabstimmungen mit Athen durch.

Die Frist laufe Montagmitternacht aus, es sei also noch Zeit, sagte eine Kommissionssprecherin. Sie bestätigte laufende Kontakte der EU-Kommission mit der Regierung in Athen. Und "normale Dokumente zirkulieren. Aber es gibt keine offizielle Übermittlung. Die Liste sollte am Ende des Tages vorliegen. Wir erwarten sie heute am Ende des Tages".

Wie der griechische Regierungssprecher Gavriil Sakellarides zuvor bekannt gab, werden zu Vorschlägen eine Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung und der Korruption gehören, sowie auch zur Entlastung der notleidenden Griechen. "Wir diskutieren mit den Partnern, damit die Liste akzeptiert wird. Wir hoffen, dass es keine Komplikationen gibt", so Sakellarides im griechischen Fernsehen. Stimmen die drei "Institutionen" EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF), die bisher "Troika" genannt wurden, den groben Reformvorschlägen zu, will die Euro-Gruppe an diesem Dienstag in einer Telefonkonferenz beraten. Bei grünem Licht sollen die nationalen Parlamente einiger Euro-Länder abstimmen, ob das Ende Februar auslaufende Hilfsprogramm um weitere vier Monate verlängert wird.

Ob ein drittes Hilfspaket nötig wird, zeigt sich spätestens Ende Juni. Bisher wurde das hoch verschuldete Griechenland mit 240 Mrd. Euro vor dem Bankrott gerettet.