Mit massivem Polizeieinsatz hat die Polizei am Samstag im deutschen Wuppertal  Kundgebungen von radikalen Gruppen voneinander ferngehalten. Im der Stadt demonstrierten Salafisten, Rechtsextreme, Hooligans und Pegida-Anhänger zum Teil gegeneinander.

Zwar kamen insgesamt weniger als die erwarteten 3.000 Demonstranten zusammen, ihr Mütchen wollten dennoch einige kühlen. Schon vor Beginn mussten Reiterstaffeln der Polizei Hooligans und Antifaschisten auseinanderhalten.

Statt zu einem Aufmarsch langte es bei den Salafisten nur zu einem Spaziergang mit 100 Teilnehmern. Zu der Pegida-Kundgebung kamen rund 1.000 statt der erwarteten 2.000 Menschen, darunter vermummte Neonazis und Hooligans. Nachdem diese Flaschen und Böller auf Polizisten geworfen hatten, wurde eine Kundgebung der Pegida  gestoppt und vom Veranstaltungsleiter für beendet erklärt.

Demokratischer Schutz der Synagoge

Gegen die Salafisten-Kundgebung, bei der auch der radikale Prediger Sven Lau auftrat, protestierten auch mehrere hundert demokratisch gesinnte Gegendemonstranten, darunter viele Kurden. Vereinzelt flogen Eier. Vor der Synagoge kamen Bürger zusammen, um sie symbolisch zu schützen. "Es ist ein Unding, dass die Salafisten sich in Sichtweite einer Synagoge versammeln. Ich möchte nicht, dass solchen Leuten das Feld überlassen wird", sagte ein 63-Jähriger.

Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung hatte zum Protest gegen die Extremisten aufgerufen. "Gute Demokraten sollten zeigen, was sie davon halten", sagte er vor Beginn der Demonstrationen. Die Kundgebungen dürften aber nicht verboten werden: Es sei "eben auch der Preis unserer freiheitlichen Demokratie, dass man solche Aufmärsche letztlich nicht verhindern kann", sagte Jung.