Athen/Brüssel. Griechenlands Regierung bekennt Farbe: Die lang ersehnte Reformliste sollte schon am Freitag - statt wie angekündigt am Montag - in Brüssel präsentiert werden. Das kündigte der Sprecher der Parlamentsfraktion der regierenden Linkspartei Syriza, Nikos Filis, der Agentur dpa an. Von ihrem Inhalt hängt ab, ob Athen mit weiterem Geld aus dem zweiten Euro-Hilfspaket (Gesamtumfang: 240 Milliarden Euro) rechnen kann. 7,3 Milliarden Euro stehen noch aus, EU, EZB und IWF, machen die Auszahlung aber davon abhängig, dass die neue Regierung die vereinbarte Reformagenda einhält. Seit Wochen wird mit Premier Alexis Tsipras nun schon gefeilscht, der sich gegen zahlreiche der geforderten Einsparungsmaßnahmen querlegt.

Doch Athen steht das Wasser inzwischen bis zum Hals: Wenn keine neue Finanzhilfe fließt, geht dem Land voraussichtlich am 20. April endgültig das Geld aus. Ohne eigene liquide Mittel werde der griechische Staat sogar schon an diesem Montag dastehen, berichtete die Zeitung "Kathimerini" unter Berufung auf Regierungsquellen. Zuletzt waren die Kreditraten von 1,5 Milliarden Euro an den IWF sowie die Auszahlung von 1,7 Milliarden Euro für Pensionen und Gehälter im öffentlichen Dienstfür März fällig. Eine Staatspleite sei bisher nur dadurch abgewendet worden, dass sich die Regierung per Eilgesetz nun Zugriff auf liquide Mittel staatlicher Pensionsfonds oder Staatsunternehmen verschafft habe, so das Blatt.

Die neue Athen-Liste enthält laut Filis 18 Reformvorschläge mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro - darunter Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung. So plant Athen eine elektronische Verbindung der Registrierkassen aller Geschäfte, Restaurants und Bars mit dem Finanzamt.