Paris. Im Zusammenhang mit der Cyberattacke gegen den französischen Fernsehsender TV5 Monde hat die Anstalt am Freitag einen "groben Fehler" eingestanden. Der Generaldirektor des Senders, Yves Bigot, reagierte damit auf ein vom Fernsehsender France 2 am Donnerstag ausgestrahltes Interview mit einem Journalisten von TV5 Monde.

Dabei waren im Hintergrund eine Reihe von Internet-Passwörtern des Senders zu sehen. Bigot sagte der Nachrichtenagentur AFP allerdings, die Passwörter seien dort erst nach dem Hackerangriff angebracht worden.

Helene Zemmour, Leiterin der Informationstechnik bei TV5 Monde, ergänzte, in der Nacht auf Donnerstag sei durch den Hackerangriff die gesamte IT-Infrastruktur des Senders zusammengebrochen. Auch das Intranet und der E-Mail-Verkehr hätten nicht funktioniert. Deshalb seien "vorübergehend und vorläufig" die Zugangsdaten ausgehängt worden, damit die Journalisten schnell online senden konnten. Es seien aber keinesfalls die Passwörter gewesen, mit denen die Programme des Senders hätten lahm gelegt werden können, betonten Bigot und Zemmour.

Hacker hatten TV5 Monde mit einem großangelegten Angriff zeitweise lahmgelegt und die Internetauftritte des Senders gekapert. Auf der Website und den Facebook- und Twitter-Seiten des Senders wurden Drohungen der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) gegen Frankreich gezeigt.