Dresden/Wien. "Eine Allianz gegen die Islamisierung", lautet der Titel der aktuellen Ausgabe der FPÖ-Zeitschrift "Neue Freie Zeitung". Auf dem Cover sind Heinz-Christian Strache und Geert Wilders zu sehen. Geht es um ihr Verhältnis zu Pegida, trennen sich die Wege des freiheitlichen Obmanns und des Chefs der niederländischen Partij voor de Vrijheid (PVV). Anders als Wilders, der Montagabend bei einer Kundgebung der selbsternannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" in Dresden sprach, plant die FPÖ derzeit keinen derartigen Auftritt Straches. Parteisprecher Karl-Heinz Grünsteidl dementierte auf Anfrage der "Wiener Zeitung" entsprechende Gerüchte in deutschen Medien, laut denen auch ein Auftritt von Marine Le Pen (Front National) folgen könnte.

Von Pegida hätte es keine Einladung an den freiheitlichen Chef gegeben, in Dresden zu sprechen. Und falls diese erfolgen sollte, lässt sich die FPÖ alle Optionen offen: "Es kann sein, dass wir zusagen, aber auch nicht. Wir würden uns das in Ruhe überlegen", sagt Sprecher Grünsteidl. Derzeit stünden Pegida und die FPÖ nicht einmal in Kontakt. Strache selbst verlinkte auf seiner Facebook-Seite auf eine Zusammenverfassung der Veranstaltung vom Montag, welche die nationalkonservative deutsche Zeitung "Junge Freiheit" veröffentlichte.

10.000 statt 30.000 Besucher


Für Pegida war das Event mit dem groß angekündigten Gast Wilders alles andere als ein Erfolg. 30.000 Zuseher kündigte Initiator Lutz Bachmann an, die Veranstaltung wurde eigens auf das Konzertgelände "Rinne Dresden" verlegt, wo im Mai die Altrocker von AC/DC aufspielen. Doch nur rund 10.000 Personen kamen. Auf Wilders’ Programm stand jene Form Islam-Kritik, für die der Niederländer seit Jahren bekannt ist. So kritisierte er den Islam als freiheitsfeindliche Religion, er warnte vor einer "Gefahr der Islamisierung" und zitierte selektiv Suren aus dem Koran, die seine Thesen untermauern sollten. In ausgezeichnetem Deutsch hielt Wilders Kanzlerin Angela Merkel vor, sie sei im Unrecht: der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Auch ein Seitenhieb gegen die vermeintlich vorherrschende politische Korrektheit gehörte zum Repertoire von Wilders.

Doch selbst der niederländische Populist kam bei den Pegida-Demonstranten nicht uneingeschränkt an. Als Wilders Israel lobte und als "Insel im Meer der Barbarei" bezeichnete, fiel der Applaus auf dem Geländer nur spärlich aus.