Berlin. Die Reaktion der Türkei war vorhersehbar: "Das türkische Volk wird dem deutschen Präsidenten Gauck seine Aussagen nicht vergessen und nicht verzeihen", teilte das Außenministerium in Ankara am späten Freitagabend mit.

Deutschlands Bundespräsident Joachim Gauck hatte wörtlich von "Völkermord" an den Armeniern gesprochen, von einer "genozidalen Dynamik, der das armenische Volk zum Opfer fiel", und von "geplanten und systematischen Mordaktionen".

Der deutsche Bundespräsident stellte sich damit gegen die Haltung der Türkei, die den Begriff des Völkermords entgegen aller historischer Belege zurückweist. Immer mehr Staaten schließen sich auch offiziell der Meinung der überwiegenden Mehrheit von Historikern an, die den osmanischen Massenmord an Armeniern im Ersten Weltkrieg als Genozid einstufen.