Warschau. Polen wählt am Sonntag in einer Stichwahl seinen Präsidenten. Die jüngsten Umfragewerte deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin: Erst in der vergangenen Woche konnte Amtsinhaber Bronislaw Komorowski gegen seinen Kontrahenten Andrzej Duda einen knappen Vorsprung herausholen. Laut einer am Freitag veröffentlichten Befragung des Instituts TNS Polska kann Komorowski mit 45 Prozent der Stimmen rechnen, Duda mit 43 Prozent. 12 Prozent der Wähler waren noch unentschieden. 30 Millionen Polen sind wahlberechtigt - die tatsächliche Beteiligung gilt als entscheidender Faktor.

Der 42-jährige EU-Abgeordnete Duda hatte die erste Runde der Präsidentenwahlen am 10. Mai überraschend mit einem Prozentpunkt Vorsprung vor Komorowski für sich entschieden. Auch in den Umfragen lag der Kandidat der rechtskonservativen Oppositionspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) bis vergangenen Sonntag vor dem 62-jährigen Amtsinhaber, der die liberal-konservative Regierungspartei Bürgerplattform (PO) hinter sich hat.

Wahlkampagne verbessert


Komorowskis Niederlage im ersten Urnengang war Beobachtern zufolge einer "miserablen" Wahlkampagne geschuldet. Doch der amtierende Präsident lernte: In den TV-Debatten zeigte er sich zum ersten Mal als Kämpfer. Auch die letzte Konfrontation am Donnerstag konnte er mit mehr als zehn Prozent Unterschied für sich entscheiden.