Sarajevo. Das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) der Europäischen Union mit Bosnien-Herzegowina ist ab Montag in Kraft. Abgeschlossen wurde es Ende 2008, ausgebliebene Reformen und politische Grabenkämpfe der drei Volksgruppen - muslimische Bosniaken, Serben und Kroaten - haben sein Inkrafttreten jahrelang verzögert.

Das Abkommen schafft eine Freihandels-Zone der EU mit Bosnien, in der einige Produkte nun zollfrei gehandelt werden können. Auch gibt es nun zusätzliche technische Hilfe der EU. Das Inkrafttreten des Abkommens werde einen Rahmen bieten, der der bosnischen Regierung ernste Schritte und Arbeit an notwendigen Reformen ermöglichen werde, wurde der EU-Sonderbeauftragte in Sarajevo Lars-Gunner Wigemark in Sarajevo zitiert.

Voraussetzung

Bosnische Behörden und führende Politiker hatten sich Ende Februar zu Reformen bekannt, die die EU-Annäherung des Landes ermöglichen sollen. Dies war die Voraussetzung für die Entscheidung der EU-Außenminister vom 21. April, das Abkommen in Kraft treten zu lassen.

Der derzeitige Präsident des dreiköpfigen Staatspräsidiums, Serbe Mladen Ivanic, hofft laut Medienberichten, dass sein Land nach Reformen Ende des kommenden Jahres oder Anfang 2017 den Beitrittsantrag an Brüssel richten könne.