Berlin. (rs) Die Affäre markierte den Tiefpunkt der jüngeren deutsch-amerikanischen Beziehungen. Selbst Angela Merkel verlor im Oktober 2013 die Contenance, als publik wurde, dass der US-Geheimdienst NSA über Jahre hinweg ihr Handy abgehört haben dürfte. "Ausspähen unter Freunde - das geht gar nicht", entfuhr es der deutschen Kanzlerin damals.

Die vielen geopolitischen Baustellen wie etwa die Ukraine-Krise haben die USA und Deutschland jedoch längst wieder zusammenrücken lassen. Und auch in juristischer Hinsicht scheint die Handy-Affäre ausgestanden zu sein. So teilte die deutsche Bundesanwaltschaft am Freitag mit, dass die entsprechenden Ermittlungen eingestellt wurden. Begründet wurde der Schritt vor allem damit, dass sich die Abhörvorwürfe nicht gerichtsfest beweisen lassen.

So sei es den Ermittlern nicht gelungen, einen im Oktober 2013 in den Medien veröffentlichten Abhörauftrag des US-Geheimdienstes NSA im Original zu beschaffen. Laut der Bundesanwaltschaft war eine Präzisierung von Tatzeit, Tatort und Tatumständen sowie der handelnden Personen auch technisch nicht möglich gewesen. Als zu vage wurden auch jene Aussagen gesehen, die in der Öffentlichkeit als Schuldeingeständnis der US-Regierung gewertet wurden. Auf eine mögliche Ausspähung bezogene Sätze wie "not any more" würden für die Beweisführung nicht ausreichen.

Von der aktuellen Entscheidung sind andere Verfahren mit ähnlichem Hintergrund allerdings nicht betroffen. So werden die Ermittlungen wegen der massenhaften Ausspähung der deutschen Bevölkerung durch US-Geheimdienste fortgesetzt.