Athen. Die Troika ist zurück in Athen: Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) trafen am Montag in der griechischen Hauptstadt ein, um das neue Hilfspaket auszuhandeln. Es ist der erste Besuch der drei Institutionen seit Juni 2014. Erstmals bei den Verhandlungen dabei sind auch Vertreter des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).

Das griechische Parlament hat bereits in zwei Schritten verschiedene Sparauflagen gesetzlich angenommen. Laut Brüssel sind aber zusätzliche Reformen erforderlich, um ein drittes Rettungsprogramm zu verabschieden, und die Hilfsgelder freizusetzen. Ob es sich dabei um Maßnahmen im Pensionsbereich handelt, wollte Brüssel nicht beantworten.

Ziel sei es, die Gespräche bis zum 12. August abzuschließen, damit sie anschließend von der Eurogruppe abgesegnet werden könnten. Danach müssten noch die Parlamente einiger Staaten der Eurozone die Vereinbarung billigen. Griechenland muss bis 20. August 3,2 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Die Rede ist von einem Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre.

Ein Grexit war unterdessen für Athen offenbar nie ganz vom Tisch, wenngleich es sich wie ein Krimi-Roman liest. Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis soll einem Bericht der griechischen Zeitung "Kathimerini" zufolge den Aufbau eines parallelen Zahlungssystems für Griechenland geplant haben. Dies gehe aus einem Mitschnitt einer Telefonkonferenz von Varoufakis mit Hedgefonds-Mitarbeitern hervor.

Der Plan beinhaltete angeblich auch, dass ein kleines Team des Finanzministeriums das Steuersystem des eigenen Ministeriums hacken sollte, um Steuerdaten griechischer Bürger und Unternehmen für den Aufbau des Zahlungssystems zu entwenden.

Der stellvertretende griechische Finanzminister Dimitris Mardas sagte im griechischen Rundfunk, diese Pläne seien bei Sitzungen der griechischen Regierung nie zur Sprache gekommen. Varoufakis selbst schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: "Ich bin beeindruckt von der Fantasie meiner Verleumder". Der britischen Zeitung "Telegraph" sagte er, seine Aussagen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er, Varoufakis, habe von - damals noch nicht - Premierminister Alexis Tsipras im Dezember vor den Wahlen den Auftrag bekommen, ein System aufzubauen, das über Nacht in Drachmen rechnen könne.

Die griechischen Parteien forderten am Montag eine schnelle Klärung der Berichte über den angeblichen geheimen Grexit-Plan von Varoufakis.