Ankara. Die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK hat türkischen Sicherheitskreisen zufolge mit einem ferngesteuerten Sprengsatz zwei Soldaten und einen Wachposten im Südosten der Türkei getötet. Die Rebellen zündeten aus der Ferne eine Mine unter einem Militärkonvoi und lieferten sich anschließend Gefechte mit den Soldaten.

Gleichzeitig wurde wieder ein Anschlag auf eine Pipeline verübt, wie das Energieministerium in Ankara mitteilte. Betroffen war diesmal eine Leitung im Nordosten, über die Gas aus Aserbaidschan in die Türkei geliefert wird.

260 tote PKK-Kämpfer

Seit der Eskalation des Konflikts mit der PKK vor zwei Wochen sind insgesamt 20 türkische Sicherheitskräfte getötet worden. Die türkische Armee fliegt täglich Luftangriffe gegen PKK-Stellungen vor allem im Nordirak. Dabei sollen etwa 260 PKK-Kämpfer gefallen sein.

Wegen der Angriffe soll sich die PKK-Führung in drei Gruppen aufgespalten haben, eine soll im Nordirak geblieben sein, die anderen sollen nach Syrien und in den Iran gegangen sein.

Ende des Waffenstillstands

Die Türkei hatte der PKK den Krieg erklärt, nachdem die Organisation nach einem Anschlag mit 32 Toten auf ein pro-kurdisches Treffen zwei türkische Polizisten erschossen hatte. Für den Anschlag hatte die Regierung in Ankara IS-Jihadisten verantwortlich gemacht. Die PKK wiederum wirft Ankara vor, die IS-Extremisten zu dulden und sogar zu unterstützen - und die pro-kurdische Partei HDP wirft Erdogan und der Regierung vor, den Konflikt zu schüren, um bei möglichen vorgezogenen Neuwahlen besser abzuschneiden.

Die türkische Offensive führte zum Zusammenbruch des seit dem Jahr 2013 geltenden Waffenstillstands mit der PKK. Die Guerillagruppe kämpft seit dem Jahr 1984 mit Waffengewalt für die Selbstbestimmung der kurdischen Bevölkerung. In dem jahrzehntelangen Konflikt wurden zehntausende Menschen getötet.