Kiew/London. Im Kampf gegen eine Staatspleite wird für die ukrainische Regierung die Zeit knapp. An die Privatgläubiger erging am Mittwoch eine deutliche Warnung. Bis Anfang kommender Woche muss ein Abkommen über eine Umschuldung abgeschlossen werden. Gibt es keine Einigung mit den Gläubigern, droht ein Zahlungsstopp. Auch die Bedingungen für ein Hilfspaket des Internationalen Währungsfonds (IWF) kann die ukrainische Regierung ohne Umschuldung nicht erfüllen.

In den Gesprächen geht es um Auslandsschulden in Höhe von 23 Mrd. Dollar (21,1 Mrd. Euro). Die Regierung in Kiew hat einen Schuldenerlass von 40 Prozent gefordert. Die Gläubiger haben nach Reuters-Informationen angeboten, auf fünf Prozent zu verzichten. Einem Insider zufolge soll dies aber nur so lange gelten, bis die Wirtschaft wieder in Gang kommt.

Jahrelange Misswirtschaft, Korruption und der Konflikt mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes haben die Ukraine an den Rand der Staatspleite getrieben. Sie muss Ende August Zinsen an Investoren zahlen. Am 23. September laufen dann Anleihen im Volumen von 500 Mio. Dollar aus.