Wien/Paris. Als Angriff auf europäische Werte und Grundrechte sieht die österreichische Bundesregierung die Anschläge in Paris. Vor der Sonder-Regierungssitzung am Samstag betonten Regierungsmitglieder beider Parteien, dass Europa nun zusammenstehen müsse.

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) etwa sprach von einem "Akt der Barbarei" und Angriff auf die offene Gesellschaft. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) ortete eine Attacke nicht nur auf Frankreich, sondern "auf die gesamte Welt, auf unsere Grundrechte". Man werde sich "Seite an Seite" mit Frankreich "für unsere Werte einsetzen".

Auch Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) meinte, es sei "definitiv kein Anschlag, der sich gegen Frankreich gerichtet hat, sondern gegen uns alle als Europäer". Auch die Syrien-Konferenz in Wien sei natürlich "überschattet" von den Ereignissen in Paris, sagte er. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden freilich erhöht, berichtete Kurz ebenso wie Mikl-Leitner.

In Wien trifft Bundeskanzler Werner Faymann am Samstag um 15 Uhr den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier zu einem Arbeitsgespräch im Bundeskanzleramt.

IGGiÖ entsetzt über Anschlagsserie

"Schockiert und entsetzt" hat sich die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) über die Anschlagsserie in Paris gezeigt. Man verurteile die Attentate, hieß es am Samstag in einer ersten schriftlichen Reaktion und weiter: "Die volle Solidarität und das Mitgefühl gelten allen Betroffenen und deren Angehörigen."

"Wir alle sind gefordert, dem menschenverachtenden Terrorismus durch ein festes gesamtgesellschaftliches Zusammenstehen und Zusammenwirken zu begegnen", hieß es weiter in der Stellungnahme der Islamischen Glaubensgemeinschaft.

Der Wiener SPÖ-Mandatar und Funktionär in der IGGiÖ, Omar Al-Rawi, meldete sich via Facebook zu Wort. Auch er sei "zutiefst erschüttert, entsetzt und wütend" über die Anschläge in Paris. "Wer immer diese kriminellen Verbrecher waren. Ich verurteile sie auf das Schärfste", schrieb Al-Rawi.