In Frankreich begann am Sonntag eine dreitägige Staatstrauer, in Paris war auf den Straßen ungewöhnlich wenig los. Alle Museen und Veranstaltungsorte blieben geschlossen, doch sollen sie am Montagmittag wieder öffnen. Für den Mittag ist eine Schweigeminute geplant. Am Nachmittag will sich Hollande vor den Mitgliedern von Senat und Nationalversammlung äußern. Aus Parlamentskreisen hieß es, Hollande wolle den Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern.

Unklar blieb zunächst, ob es eine Verbindung zu einer Routinekontrolle in Deutschland gibt, bei der am 5. November bei Rosenheim im Wagen eines Mannes aus Montenegro Schnellfeuergewehre, Pistolen, Handgranaten und Sprengstoff gefunden worden waren. Der Mann bestätigte, dass er nach Paris wollte, bestritt aber jede Kenntnis von den Waffen, und sagte, er habe den Eiffelturm sehen wollen.

Weltweit bekundeten Menschen ihre Solidarität mit Frankreich. Wahrzeichen wie das One World Trade Center in New York, das Opernhaus in Sydney und die Tower Bridge in London wurden in den französischen Nationalfarben angestrahlt, ebenso wie das Brandenburger Tor in Berlin.

Obama ordnet Trauerbeflaggung an

Auch die US-Regierung hat landesweite Trauerbeflaggung angeordnet. Die Sternenbanner auf dem Weißen Haus und anderen öffentlichen Gebäuden wehen bis Donnerstagabend auf Halbmast, wie US-Präsident Barack Obama am Sonntag entschied. Die Maßnahme gilt auch für alle US-Vertretungen im Ausland. Zuvor wurden bereits die US-Flaggen vor dem Kongress auf Halbmast gesetzt.

Trauerbeflaggung wird in den USA zum Gedenken an einheimische Opfer von Gewalttaten und Unglücken oder zu Ehren von verstorben Abgeordneten angeordnet. Bei der Anschlagsserie in Paris am Freitagabend waren mindestens 130 Menschen getötet worden. Unter den Opfern war auch eine US-mexikanische Studentin.