London. Angesichts der Bedrohungen durch Extremisten und Hackergruppen will sich Großbritannien mit eigenen Cyberangriffen verteidigen. Langfristig sei für die Sicherheit eine starke Abwehr nötig, sagte Finanzminister George Osborne am Dienstag am Sitz des Geheimdienstes in Cheltenham. "Aber die Fähigkeit zum Angriff ist auch eine Form der Verteidigung", fügte der Minister hinzu. Demnach könnten britische Spione künftig Terroristen, Hacker oder Staaten angreifen.

Osborne begründete die neue Strategie unter anderem mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), die sich zu den Anschlägen von Paris bekannt hat und weite Teile Syriens und des Iraks kontrolliert. IS-Kämpfer versuchten, in Großbritannien Einrichtungen wie Krankenhäuser und Flugsicherungssysteme anzugreifen, sagte der Politiker. Schon jetzt nutzten sie das Internet für Propaganda und Planungen.

Osborne kündigte an, dass die Regierung die Ausgaben für Cybersicherheit bis zum Jahr 2020 auf rund 1,9 Milliarden Pfund (2,69 Milliarden Euro) fast verdoppeln werde. Die Entscheidung dazu sei schon vor den Anschlägen von Paris gefallen. Sie hätten aber gezeigt, dass sich das Land besser vor elektronischen Angriffen schützen müsse.

London möchte die Ausgaben für die Cybersicherheit steigern, obwohl Osborne in der kommenden Woche neue Sparmaßnahmen vorlegen will. Das Land soll bis zum Ende des Jahrzehnts ein ausgeglichenes Budget erreichen.