Prishtina (Pristina). Die drei führenden kosovarischen Oppositionsparteien haben ihren am Samstag in Prishtina abgehaltenen Protest, zu welchem Anhänger aus allen Landesteilen angereist waren, als den größten Protest seit dem Kriegsende im Jahr 1999 bezeichnet. Daran würden gemäß Angaben der nationalistischen Bewegung Vetevendosje etwa 100.000 Menschen teilnehmen.

Die von Vetevendosje (Selbstbestimmung), Allianz für die Zukunft (AAK) und Nisma (Initiative) einberufene Protestkundgebung richtet sich gegen die Bildung der Gemeinschaft der serbischen Gemeinden, eine Art Serben-Autonomie im Kosovo, sowie das im August 2015 abgeschlossene Grenzabkommen mit Montenegro. Gefordert wurde auch der Rücktritt der Regierung des Ministerpräsidenten Isa Mustafa.

Polizei setzte Tränengas ein

Die Protestkundgebung im engsten Stadtzentrum Prishtinas fand unter starkem Polizeiaufkommen statt und verlief zuerst ruhig. Am  Samstagnachmittag kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Gruppen von Oppositionsanhängern, die Molotow-Cocktails und Steine gegen das Regierungsgebäude warfen. Mehrere Fensterscheiben gingen zu Bruch. Im Erdgeschoß des Gebäudes war kurz auch Feuer zu sehen, das aber schnell gelöscht wurde.

Von der Polizei wurde gegen die gewaltsamen Oppositionsgruppen Tränengas eingesetzt, um sie zu zerschlagen, hieß es in Medienberichten.