Brüssel. (czar) Zweifel hatte zwar auch bisher kaum jemand daran, doch nun hat es die EU-Kommission offiziell bestätigt: Griechenland sichert die Außengrenzen der Union nur unzureichend. In einem Bericht kommt die Brüsseler Behörde zu dem Schluss, dass das Land seine Verpflichtungen "in schwerwiegender Weise vernachlässigt hat" und "gravierende Mängel" bei den Grenzkontrollen bestehen. Obwohl die Kommission einräumt, dass die griechischen Behörden in der Flüchtlingskrise unter Druck stehen, kritisiert sie, dass die Ankommenden nicht wirksam identifiziert und registriert werden, ihre Fingerabdrücke nicht systematisch erfasst und die Reisedokumente nicht regelmäßig mit entsprechenden Datenbanken abgeglichen werden.

Der Bericht heizt die Debatte um einen möglichen Ausschluss Griechenlands aus der Schengen-Zone, in der Reisen ohne Passkontrollen möglich ist, weiter an. Denn sollte die Regierung in Athen die Mängel nicht innerhalb von drei Monaten beheben, kann die EU empfehlen, im betroffenen Staat wieder Grenzkontrollen einzuführen. Die Kontrollen könnten dann für sechs Monate verhängt und mehrmals verlängert werden.

Mazedonien schließt Grenze

Indes hat Mazedonien seine Grenze zu Griechenland ganz geschlossen. Bisher ließen die dortigen Behörden Syrer, Afghanen und Iraker durchreisen. Seit dem frühen Mittwochabend ist der Grenzübergang Gevgelia bei Griechenland für alle geschlossen. Grund dafür ist die Entscheidung Serbiens, ebenfalls die Grenze zu Mazedonien zu schließen. Weil Ungarn und neuerdings Solowenien und Kroatien intensive Grenzkontrollen eingeführt haben, stranden immer mehr Flüchtlinge in den Balkanländern. Zu einem Rückstau wird es nun auch in Griechenland kommen, wo täglich tausende Flüchtlinge über das Mittelmeer kommen.