Ankara. Türkische Grenzpolizisten schießen auf Flüchtlinge, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien fliehen. Das berichtet die britische "The Times" am Donnerstag unter Berufung auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sechzehn Flüchtlinge, darunter drei Kinder, seien demnach in den vergangenen vier Monaten bei ihrem Versuch, über die Grenze in die Türkei zu gelangen, getötet worden.

Die tatsächliche Zahl dürfte höher sein, zitiert "The Times" einen Polizist der Freien Syrischen Polizei. Wie viele genau es seien, könne man unmöglich feststellen. Die Leichen derjenigen, die auf der syrischen Seite sterben, würden rasch in Syrien begraben. Unter den 16 Toten sollen auch ein Vater und sein Kind gewesen sein, auf die im Osten der syrisch-türkischen Grenze am 6. Februar geschossen wurde. Flüchtlinge, die die Grenze überqueren, werden "entweder getötet oder gefangen genommen", sagte der Polizist.

Die Kritik am geschlossenen Flüchtlingsdeal der EU mit der Türkei, wonach die Türkei ab 20. März 2016 alle illegal in Griechenland eingereisten Flüchtlinge wieder zurücknimmt, wird nun noch lauter. Im Gegenzug lockerte die EU die Visa-Bestimmungen für türkische Bürger und nimmt der Türkei syrische Flüchtlinge ab.

16 Menschen haben den Versuch, über die Grenze in die Türkei zu gelangen, mit dem Leben bezahlt, so ein Bericht der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.
16 Menschen haben den Versuch, über die Grenze in die Türkei zu gelangen, mit dem Leben bezahlt, so ein Bericht der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.