Mit dem Amtsantritt des konservativen Premiers Antonis Samaras begann im Sommer 2012 zwar eine Wende. Griechenland nahm Reformen in Angriff. 2014 kehrte die Wirtschaft zum Wachstum zurück. Doch Anfang 2015 kamen Alexis Tsipras und sein Finanzminister Yanis Varoufakis mit ihren unerfüllbaren Versprechen. Sie drehten die Reformen zurück. Das Land fiel wieder in die Rezession. Eine Kapitalflucht setzte ein, im Sommer 2015 stand das Bankensystem vor dem Zusammenbruch. Varoufakis ist Geschichte, aber das Griechendrama ist auch nach sechs Jahren nicht zu Ende. Wieder ringt Athen mit den Geldgebern um Reformen und Sparmaßnahmen. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble schließt nicht aus, dass es doch noch zu einem Grexit kommt. Dagegen seien Schuldenerleichterungen für das Land seines Erachtens "für die nächsten Jahre nicht notwendig", wie Schäuble bei einem Treffen mit den EU-Finanzministern am Samstag erklärte.

Weitere Sparpakete stehen an

Das weiterhin hochverschuldete Griechenland soll nach dem Willen der Euro-Partner in den nächsten Tagen einmal mehr weitreichende Spar- und Reformschritte auf den Weg zu bringen. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem warnte bei dem Treffen in Amsterdam vor leeren Kassen in Griechenland: "Die Liquidität ist offensichtlich knapp." Allein im Juli stehen in Athen Rückzahlungen von insgesamt 2,7 Milliarden Euro an. Die griechische Regierung hat das Geld derzeit nicht.

In Athen tagen die Vertreter der Geldgeber derzeit wegen eines von der Eurogruppe geforderten Extra-Sparpaket mit einem Umfang von 3,5 Milliarden Euro. Es soll vorsorglich vereinbart und nur umgesetzt werden, falls Budgetziele nicht erreicht werden.

Bei ausreichenden Fortschritten wollen die Euro-Finanzminister diese Woche am Donnerstag zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammenkommen. Ein schon länger debattierte Reformpaket mit Rentenkürzungen mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro gilt hingegen schon als weitgehend vereinbart.