Wie reagiert Europa auf die Herausforderung des Rechtspopulismus?

Gabriela Gandel: Auf kürzere Sicht wird es schlimmer werden. Aber: Irgendwann läuft sich das tot. Diese Leute haben ja keine konkreten Lösungen im Angebot.

Herr Fischler, zum Abschluss noch eine persönliche Frage. Hat Sie eigentlich irgendjemand gefragt, ob Sie nicht als Bundespräsident kandidieren wollen?

Franz Fischler: Nein.

Warum nicht?

Franz Fischler: Das müssen Sie schon die fragen, die mich nicht gefragt haben (lacht). Ich unterstütze jetzt jedenfalls Alexander Van der Bellen. Wir beide teilen die unverrückbare Überzeugung, dass Österreich nur innerhalb der europäischen Familie die Herausforderungen der Zukunft meistern kann.

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Zu den Personen

Franz Fischler ist seit dem Jahr 2012 ist gewählter Präsident des Europäischen Forums Alpbach (EFA). Davor war der 1946 in Absam, Tirol, geborene Politiker Präsident der ÖVP-nahen Denkfabrik Ökosoziales Forum, das sich vor allem Fragen der Landwirtschaft widmet, und von 1995 bis 2004 EU-Landwirtschaftskommissar. Bis 1994 hat Fischler fünf Jahre als ÖVP-Minister für Landwirtschaft der österreichischen Bundesregierung angehört und war ab 1990 auch Mitglied des Nationalrats.

Gabriela Gandel: Die aus Rumänien stammende Management-Trainerin ist Direktorin des globalen Impact-Hub-Netzwerks mit Sitz in Wien. Sie beschäftigt sich mit neuen Arbeits- und Organisationsformen und widmet sich der Vernetzung gleichgesinnter Innovatoren. Ihr Interesse gilt Sozialentrepreneuren, der Stärkung von Frauenrechten, der Entwicklung neuer Regierungs- und Verwaltungsformen sowie der Frage der Chancengerechtigkeit für junge Menschen.