Athen. Gut acht Monate nach dem Wahlsieg des linken griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras hat seine Partei Syriza laut einer Umfrage deutlich an Popularität eingebüßt. Demnach sackte Syriza von rund 35,5 Prozent auf 17,5 Prozent ab. Stärkste politische Kraft würde die bürgerliche Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) werden, obwohl auch sie von rund 28,1 auf 25,5 Prozent der Stimmen zurückfiel.

Das geht aus einer am Samstag in der Athener Zeitung "Kathimerini" veröffentlichten repräsentativen Umfrage der Universität von Thessaloniki hervor. Kräftig zulegen konnte laut der Umfrage keine Partei. Die Syriza und ihr Chef Tsipras hatten am 20. September 2015 die Wahlen mit 7,4 Prozentpunkten Vorsprung vor der ND gewonnen. Die Nea Dimokratia hatte Mitte Jänner einen neuen Parteichef, Kyriakos Mitsotakis, gewählt. Tsipras' Regierung hat inzwischen harte Sparmaßnahmen vom Parlament billigen lassen. Die Einschnitte in Höhe von 5,4 Milliarden Euro sind Voraussetzung für weitere Hilfen der internationalen Geldgeber.

Verstärkte Kooperation zwischen Griechenland und Russland

Indes setzen Russland und Griechenland trotz zahlreicher Schwierigkeiten ihre Kooperation fort und wollen sie weiter ausbauen. Dies teilten am Freitag der russische Präsident Wladimir Putin und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras nach einem Treffen in Athen mit. Am Samstag will Putin die Hochburg der christlichen Orthodoxie, die Mönchsrepublik Berg Athos in Nordgriechenland, besuchen.

Putin sagte, Russland habe die Pläne für den Bau einer Gaspipeline über das Schwarze Meer nach Griechenland und weiter nach Italien nicht aufgegeben. Der Bau einer solchen Leitung durch die Türkei war wegen russisch-türkischer Streitigkeiten gescheitert. Russland warte nach den Worten Putins nach dem Abschuss eines russischen Flugzeuges durch die türkische Luftabwehr auf Erklärungen. "Diese haben wir noch nicht bekommen (aus Ankara)", sagte Putin.

Der Staatschef deutete Gesprächsbereitschaft mit der Türkei an. "Wir wollen auch die Beziehungen wieder aufnehmen", sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. "Es waren nicht wir, die sie zerstört haben." Das Verhältnis zwischen Moskau und Ankara ist zerrüttet, seit das türkische Militär im November ein russisches Kampfflugzeug im Grenzgebiet zu Syrien abgeschossen hat.